Kiefergelenkgeräusche
Synonyme: Knacken · Krepitation · Reibegeräusch
Geräusche im Kiefergelenk werden in Knacken und Krepitation unterteilt. Ein einzelnes, klar abgegrenztes Knacken entsteht typischerweise, wenn der Kondylus über den verlagerten Diskus springt; reziprokes Knacken bei Öffnung und Schließung spricht für eine Diskusverlagerung mit Reposition. Krepitation ist ein reibendes, knirschendes Dauergeräusch und weist auf degenerative Veränderungen der Gelenkflächen hin.
- Reziprokes Knacken bei Öffnung und Schluss spricht für eine Diskusverlagerung mit Reposition.
- Krepitation ist ein Leitbefund degenerativer Gelenkveränderungen.
- Kiefergelenkgeräusche kommen bei einem erheblichen Anteil beschwerdefreier Personen vor.
- Ein Öffnungsknacken, das später im Bewegungsablauf auftritt, spricht für eine ausgeprägtere Verlagerung.
- Prävalenz von Gelenkgeräuschen in der Bevölkerung
- ca. 20–30 %
- Anteil davon mit Behandlungsbedarf
- deutlich geringer, meist einstellig prozentual
- Normale maximale Mundöffnung
- ca. 40–55 mm
Ein Geräusch allein hat keinen Krankheitswert: Knackgeräusche finden sich bei einem erheblichen Teil beschwerdefreier Menschen. Behandlungsbedürftig wird der Befund erst bei Schmerz, Bewegungseinschränkung oder Funktionsstörung. Die Zuordnung erfolgt über Palpation und Auskultation während Öffnung, Schluss sowie Lateral- und Protrusionsbewegungen.
- Kiefergelenkarthrose
Degenerative Veränderung mit Krepitation und radiologischen Formveränderungen.
- Kiefergelenkluxation
Akute Verlagerung des Kondylus über das Tuberculum mit blockierter Schlussbewegung.
- Therapie eines isolierten Knackens ohne Schmerz oder Funktionseinschränkung.
- Verwechslung von Krepitation mit dem gröberen Knacken bei Diskusverlagerung.
- Beurteilung nur bei Mundöffnung, ohne Lateral- und Protrusionsbewegungen zu prüfen.
Knacken springt, Krepitation reibt – und ein Geräusch ohne Schmerz ist noch keine Diagnose.
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CMD, Bruxismus, Diskusverlagerung und Muskelschmerz.