Schneidersche Membran
Synonyme: Schneider-Membran · Kieferhöhlenschleimhaut · Membrana Schneideriana
Die Schneidersche Membran ist die respiratorische Schleimhaut (Tunica mucosa), welche die Kieferhöhle (Sinus maxillaris) von innen auskleidet. Sie besteht aus einem zweireihigen Flimmerepithel mit Becherzellen und einer Eigenschicht (Lamina propria). Im Rahmen von oralchirurgischen Eingriffen im Seitenzahnbereich des Oberkievers besitzt sie zentrale Bedeutung.
- Histologisch handelt es sich um ein respiratorisches Flimmerepithel mit Becherzellen und subepithelialer Lamina propria, das für die mucociliäre Clearance sorgt.
- Die iatrogene Perforation der Schneiderschen Membran ist die häufigste Komplikation beim externen und internen Sinuslift.
- Eine präoperative Membranverdickung von mehr als 2 mm im DVT gilt als Hinweis auf eine Kieferhöhlenpathologie und erfordert ggf. eine HNO-ärztliche Abklärung.
- Kleine Perforationen (< 5 mm) werden i. d. R. mit einer resorbierbaren Kollagenmembran abgedeckt, während große Defekte zum Abbruch des Eingriffs führen können.
- Die posteriore obere Alveolararterie (A. alveolaris superior posterior) und die A. infraorbitalis versorgen die Membran über eine intraossäre/extraossäre Anastomose.
- Physiologische Dicke der Schneiderschen Membran
- 0,3 - 0,8 mm
- Grenzwert für verdickte/pathologische Schleimhaut im DVT
- > 2 mm
- Kritische Perforationsgröße für primäre Abdeckung mit Kollagenmembran
- < 5 mm
Bei Sinusbodenelevationen (Sinuslift) muss die Schneidersche Membran vorsichtig vom knöchernen Kieferhöhlenboden abpräpariert werden, um den Augmentationsraum zu schaffen. Eine iatrogene Perforation stellt die häufigste Komplikation dar und erfordert die Abdeckung mit einer resorbierbaren Kollagenmembran oder den Abbruch des Eingriffs. Bei gesunder Schleimhaut beträgt die Dicke meist unter 1 mm.
- Periost
Das Periost ist ein osteogenes, straffes Bindegewebe zur Knochenversorgung, während die Schneidersche Membran ein respiratorisches Flimmerepithel zur Selbstreinigung der Kieferhöhle ist.
- Radikuläre Zyste
Eine radikuläre Zyste ist von einer eigenen epithelialen Zystenwand umgeben und verdrängt die Schneidersche Membran nach kranial, ohne histologisch mit ihr identisch zu sein.
- Verwechslung der Schneiderschen Membran mit dem Periost: Sie ist ein respiratorisches Epithel und kein Periost des Oberkieferknochens.
- Ignorieren kleiner Mikraperforationen beim Präparieren: Dies kann zum Entweichen von Knochenersatzmaterial in den Sinus und zur Folge-Sinusitis führen.
- Fehlinterpretation einer Schleimhautschwellung im Röntgenbild als physiologische Variante statt als behandlungsbedürftige Sinusitis.
Schneider schützt die Höhle – intakt bleibt die Augmentation eine Höchstleistung.
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- VoraussetzungSinuslift
Die intakte Abpräparation der Schneiderschen Membran bildet das Dach der durch einen Sinuslift geschaffenen Augmentationshöhle.
- TherapieResorbierbare Membran
Kleine iatrogene Perforationen der Schneiderschen Membran werden während des Sinuslifts mit einer resorbierbaren Kollagenmembran verschlossen.
- DiagnostikDigitale Volumentomographie
Die DVT erlaubt die präoperative Beurteilung von Dicke, Pathologien und Septen der Schneiderschen Membran im dreidimensionalen Raum.
- FolgeMund-Antrum-Verbindung
Eine kontinuitätsunterbrechende Perforation der Schneiderschen Membran zum Oralraum nach Zahnextraktion führt zur Ausbildung einer Mund-Antrum-Verbindung.
Implantation, Augmentation und Knochenmanagement.