Paracetamol
Synonyme: Acetaminophen · PCM
Paracetamol ist ein nicht-opioides Analgetikum und Antipyretikum mit vorwiegend zentralem Wirkmechanismus, das nur sehr gering antiphlogistisch wirkt. Es stellt ein wichtiges Ausweichanalgetikum dar, insbesondere bei Kontraindikationen gegen NSAR. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit ist es das Schmerzmittel der Wahl in allen Trimenen der Schwangerschaft.
- Paracetamol hemmt vorwiegend die zentrale Prostaglandinsynthese und besitzt im Gegensatz zu NSAR keine relevante peripher-entzündungshemmende Wirkung.
- Bei Überdosierung führt der akkumulierende toxische Metabolit N-Acetyl-p-benzochinonimin (NAPQI) durch Glutathionmangel zu irreversiblen Leberzellnekrosen.
- Als spezifisches Antidot bei einer Paracetamol-Intoxikation wird N-Acetylcystein verabreicht, um die hepatischen Glutathionspeicher zu regenerieren.
- Paracetamol hemmt die Thrombozytenaggregation nicht und ist daher das Schmerzmittel der Wahl bei Patienten mit Blutungsneigung oder unter Antikoagulation.
- Es gilt als Analgetikum der ersten Wahl während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit.
- Einzeldosis Erwachsene
- 500 - 1000 mg
- Tagesmaximaldosis Erwachsene
- 4000 mg
- Minimaler Einnahmeabstand
- 4 - 6 Stunden
- Hepatotoxische Einzeldosis (Erwachsene)
- > 6 g (bzw. > 150 mg/kg KG)
Die Einzeldosis beträgt 500 bis 1000 mg, die Tagesmaximaldosis liegt bei 4000 mg für lebergesunde Erwachsene. Akute Überdosierungen führen rasch zu schweren, potenziell tödlichen Leberzellnekrosen.
- Ibuprofen
Ibuprofen wirkt peripher entzündungshemmend und hemmt die Thrombozytenaggregation, während Paracetamol vorwiegend zentral analgetisch sowie antipyretisch wirkt.
- Metamizol
Metamizol besitzt eine deutlich stärkere analgetische sowie spasmolytische Potenz, birgt jedoch das seltene Risiko einer Agranulozytose.
- Verordnung als Monotherapie bei stark entzündlich bedingten Schmerzen wie einer akuten Pulpitis, da die fehlende antiphlogistische Wirkung oft zu keiner ausreichenden Analgesie führt.
- Fehlende Dosisreduktion bei chronischem Alkoholkonsum oder Kachexie, wodurch das Risiko einer Hepatotoxizität bereits unterhalb der regulären Tagesmaximaldosis stark ansteigt.
- Unbeabsichtigte Überdosierung durch gleichzeitige Einnahme von frei verkäuflichen Kombinationspräparaten gegen Erkältungskrankheiten.
Paracetamol hilft Schmerz und Fieber in allen Trimenen, doch zu viel schadet der Leber.
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- AbgrenzungIbuprofen
Dient als Mittel der Wahl bei entzündlichen odontogenen Schmerzen, wohingegen Paracetamol bei NSAR-Kontraindikationen als Ausweichpräparat genutzt wird.
- AbgrenzungNSAR
Paracetamol verursacht im Gegensatz zu NSAR keine gastrointestinalen Ulzera und beeinträchtigt nicht die renalen Perfusionsmechanismen.
- VerwandtAnalgetika
Paracetamol ist ein fester Bestandteil des Stufenschemas zur Behandlung postoperativer und akuter odontogener Schmerzen.
- TherapieAlveolitis sicca
Kann zur systemischen Schmerzausschaltung bei schmerzhaften Wundheilungsstörungen nach Extraktionen verwendet werden.
NSAR, Paracetamol und Opioide in der Zahnmedizin.