Clindamycin
Clindamycin ist ein Lincosamid-Antibiotikum, das die bakterielle Proteinbiosynthese durch Bindung an die 50S-Ribosomenuntereinheit hemmt und vorwiegend bakteriostatisch wirkt. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Gewebe- und Knochengängigkeit im Kieferbereich aus. In der Zahnmedizin dient es als wichtigstes Ausweichantibiotikum bei einer bestehenden Penicillinallergie.
- Clindamycin hemmt als Lincosamid die bakterielle Proteinbiosynthese an der 50S-Ribosomenuntereinheit.
- Es ist das Mittel der Wahl als Reserveantibiotikum bei einer bestehenden Penicillinallergie (Typ-I-Allergie).
- Aufgrund der hervorragenden Knochen- und Gewebegängigkeit akkumuliert Clindamycin effektiv im Kieferknochen.
- Wichtigste und typische Nebenwirkung in Examensfragen ist die pseudomembranöse Kolitis durch Clostridioides difficile.
- Clindamycin wirkt primär bakteriostatisch gegen grampositive Kokken und Anaerobier.
- Standarddosierung oral (Erwachsene)
- 300–600 mg alle 8 Stunden (max. 1,8 g/Tag)
- Einzeldosis Endokarditisprophylaxe (oral)
- 600 mg 30–60 Minuten vor dem Eingriff
- Ribosomale Bindungsstelle
- 50S-Untereinheit
Die übliche orale Dosis beträgt 300 bis 600 mg alle 8 Stunden. Wegen des Risikos einer pseudomembranösen Kolitis durch Clostridioides difficile sind Patienten über das Auftreten schwerer Durchfälle aufzuklären.
- Amoxicillin
Amoxicillin ist ein bactericid wirkendes Aminopenicillin der ersten Wahl bei Odontogenen Infektionen, während Clindamycin als bakteriostatisches Ausweichpräparat bei Penicillinallergie dient.
- Metronidazol
Metronidazol wirkt ausschließlich gegen obligat anaerobe Keime und wird oft kombiniert, wohingegen Clindamycin auch grampositive Aerobier abdeckt.
- Verwechslung des Wirkungsspektrums: Clindamycin hat keine Wirksamkeit gegen gramnegative Aerobier (wie Pseudomonas oder Enterobakterien).
- Fälschliches Absetzen bei leichten Durchfällen ohne Befundung, wobei schwere blutige Durchfälle ein sofortiges Absetzen zwingend erfordern.
Clindamycin dringt tief in den Knochen ein, soll bei Penicillinallergie die Rettung sein.
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- AbgrenzungAmoxicillin
Clindamycin wird als Alternative eingesetzt, wenn gegen Amoxicillin eine Allergie vorliegt.
- TherapieEndokarditisprophylaxe
Clindamycin dient als Standard-Prophylaktikum für Risikopatienten mit bekannter Penicillinallergie.
- TherapieAbszess
Bei ausgedehnten odontogenen Abszessen mit Ausbreitungstendenz ist eine begleitende systemische Antibiose mit Clindamycin bei Penicillinallergie indiziert.
- VoraussetzungMedikamentenassoziierte Kiefernekrose
Bei infizierten Kiefernekrosen unter Antiresorptiva wird Clindamycin aufgrund seiner hohen Knochengängigkeit häufig therapeutisch genutzt.
Indikationen, Wirkspektren und Prophylaxe.