Endokarditisprophylaxe
Synonyme: IE-Prophylaxe
Die Endokarditisprophylaxe beschreibt die gezielte einmalige Verabreichung eines Antibiotikums vor dentoalveolären Eingriffen zur Verhinderung einer infektiösen Endokarditis. Sie ist nach aktuellen Leitlinien streng auf Hochrisikopatienten mit spezifischen kardialen Vorerkrankungen beschränkt. Der Eingriff muss mit einer Bakteriämie-Wahrscheinlichkeit durch Manipulation an Gingiva oder Periapikalregion einhergehen.
- Die Endokarditisprophylaxe erfolgt leitliniengerecht als Einzeldosis 30 bis 60 Minuten vor dem invasiven dentoalveolären Eingriff.
- Indiziert ist die Prophylaxe ausschließlich bei Hochrisikopatienten wie Trägern von Herzklappenersatz oder Patienten mit überstandener infektiöser Endokarditis.
- Orales Amoxicillin ist das Mittel der ersten Wahl für Patienten ohne Penicillinallergie.
- Bei einer echten Penicillinallergie wird Clindamycin als Mittel der zweiten Wahl oral verabreicht.
- Reine Anästhesieinjektionen durch nicht-infiziertes Gewebe erfordern keine Endokarditisprophylaxe.
- Amoxicillin Standarddosis (Erwachsene)
- 2 g oral
- Amoxicillin Dosis (Kinder)
- 50 mg/kg KGW oral
- Clindamycin Dosis bei Allergie (Erwachsene)
- 600 mg oral
- Clindamycin Dosis bei Allergie (Kinder)
- 20 mg/kg KGW oral
- Einnahmeabstand vor Eingriff
- 30–60 Minuten
Standardmäßig wird 2 g Amoxicillin oral 30 bis 60 Minuten vor dem Eingriff gegeben; bei Penicillinallergie 600 mg Clindamycin. Hochrisikopatienten sind unter anderem Träger von Klappenprothesen oder Patienten mit durchgemachter infektiöser Endokarditis.
- Rheumatisches Fieber Prophylaxe
Bei rheumatischem Fieber erfolgt eine jahrelange kontinuierliche Penicillin-Rezidivprophylaxe im Gegensatz zur punktuellen praeoperativen Einmaldosis der Endokarditisprophylaxe.
- Systemische Antibiotikatherapie
Eine therapeutische Antibiotikagabe wird über mehrere Tage zur Behandlung manifester Infektionen verabreicht, während die Prophylaxe als Einzeldosis eine transiente Bakteriämie abfangen soll.
- Fälschliche Verordnung einer Endokarditisprophylaxe bei Patienten mit geringem Risikoprofil wie unkomplizierten Herzgeräuschen oder Mitralklappenprolaps.
- Verabreichung des Antibiotikums erst postoperativ oder als mehrtägige postoperative Serie anstelle einer praeoperativen Einzeldosis.
- Unterlassung der genauen Timing-Vorgabe, wodurch die Spitzenwirkspiegel während der Bakteriämie-Phase nicht erreicht werden.
Endokarditisprophylaxe nur für das hohe Risiko, eine Stunde vor dem Schnitt mit Amox oder Clinda froh.
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- TherapieAmoxicillin
Amoxicillin ist das First-Line-Antibiotikum zur praeoperativen Einmalgabe bei Endokarditisprophylaxe.
- TherapieClindamycin
Clindamycin dient als primäre Ausweichmedikation bei bekannter Penicillinallergie.
- VoraussetzungSubgingivale Instrumentierung
Mechanische Eingriffe an der Gingivalregion wie die subgingivale Instrumentierung erzeugen eine Bakteriämie und erfordern bei Hochrisikopatienten eine Prophylaxe.
- VoraussetzungOsteotomie
Invasive chirurgische Eingriffe wie die Osteotomie erfordern bei Indikation zwingend eine präoperative Antibiose.
Indikationen, Wirkspektren und Prophylaxe.