ZahnLexikon
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Oralchirurgie
geprüft
Implantologische Chirurgie

Sinuslift

Synonyme: Sinusbodenelevation · Sinusbodenaugmentation

Definition

Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren zur Augmentation des vertikalen Knochenangebots im atrophischen posterioren Maxillabereich. Hierbei wird die Schneidersche Membran von der Kieferhöhlenbasis abgehoben und der entstehende Hohlraum mit Knochenaufbaumaterial gefüllt.

Prüfungsfokus
  • Die Wahl zwischen internem (nach Summers) und externem Sinuslift richtet sich primär nach der vorhandenen Restknochenhöhe des Alveolarkamms.
  • Eine Perforation der Schneiderschen Membran ist die häufigste intraoperative Komplikation und erfordert meist eine Abdeckung mittels resorbierbarer Kollagenmembran.
  • Eine akute oder chronisch-rezidivierende Sinusitis maxillaris stellt eine absolute Kontraindikation für einen Sinuslift dar.
  • Ein einzeitiges Vorgehen mit simultaner Implantatinsertion setzt eine ausreichende Primärstabilität im Restknochen voraus.
  • Der externe Sinuslift erfolgt über den Zugang einer lateralen Knochenfensterung an der bukkalen Kieferhöhlenwand.
Zahlen & Werte
Restknochenhöhe für internen Sinuslift
≥ 5–6 mm
Restknochenhöhe für externen Sinuslift
< 4–5 mm
Mindest-Restknochenhöhe für Simultanimplantation
≥ 4 mm
Konsolidierungszeit / Einheilzeit Augmentat
4–6 Monate
Klinische Relevanz

Man unterscheidet den internen krestalen Sinuslift bei geringem Defizit vom externen lateralen Sinuslift mit Knochenfensterung bei starker Atrophie. Nach der Einheilphase steht ausreichend Knochenvolumen für eine stabile Implantatverankerung zur Verfügung.

Abgrenzung
  • Mund-Antrum-Verbindung

    Die Mund-Antrum-Verbindung bezeichnet eine ungewollte iatrogene Eröffnung der Kieferhöhle nach Extraktion, während beim Sinuslift die Kieferhöhlenschleimhaut gezielt und intakt abgehoben wird.

  • Alveolarkammaugmentation

    Bei der Alveolarkammaugmentation wird Knochen aufgelagert oder angelagert (Onlay/Inlay), während beim Sinuslift der Knochenzuwachs intern innerhalb des Cavum nasi/sinus stattfindet.

Typische Fallstricke
  • Fehleinschätzung der Restknochenhöhe, was bei < 4 mm Restknochen zu einem Indikationsfehler für den internen Sinuslift und zu fehlender Primärstabilität führt.
  • Mangelhafte präoperative Diagnostik bezüglich präexistenter Kieferhöhlenerkrankungen, was postoperativ zum Infekt und Augmentatverlust führt.
  • Unbemerktes Perforieren der Schneiderschen Membran während der Elevation mit anschließender Dislokation von Augmentatmaterial in die Kieferhöhle.
Merksatz

Membran hoch und Knochen rein, so hält das Implantat im Oberkieferstein.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Implantologische Chirurgie

Implantation, Augmentation und Knochenmanagement.