ZahnLexikon
← Zurück zum Lexikon
Parodontologie
geprüft
Parodontale Diagnostik und Klassifikation

Nabers-Sonde

Synonyme: Furkationssonde

Definition

Die Nabers-Sonde ist ein kalibriertes, speziell gebogenes parodontales Untersuchungsinstrument zur genauen Erfassung des Furkationsbefalls mehrwurzeliger Zähne. Durch ihre halbkreisförmig gebogene Arbeitsenden-Geometrie ermöglicht sie den optimalen Zugang zum Interradikulärraum von Molaren und Prämolaren.

Prüfungsfokus
  • Die Nabers-Sonde ist das spezifische Instrument zur Messung des horizontalen Attachmentverlusts im Furkationsbereich mehrwurzeliger Zähne.
  • Ihre halbkreisförmige Krümmung ermöglicht das schräge Einführen in den Interradikulärraum von Molaren und Prämolaren.
  • Die Kalibrierung auf dem Arbeitsende erlaubt eine genaue Einstufung der Furkationsgrade nach Hamp et al.
  • Die Messung mit der Nabers-Sonde ist maßgeblich für die Prognosebeurteilung und Indikationsstellung regenerativer Therapien an Furkationen.
Zahlen & Werte
Furkationsgrad I (nach Hamp)
Horizontaler Attachmentverlust < 3 mm
Furkationsgrad II (nach Hamp)
Horizontaler Attachmentverlust > 3 mm, nicht durchgängig
Furkationsgrad III (nach Hamp)
Durchgängige Furkation im Interradikulärraum
Skalierungsabstände (typisch)
3 mm (z. B. Markierungen bei 3, 6, 9, 12 mm)
Klinische Relevanz

Die Nabers-Sonde wird schräg zur Zahnlängsachse von bukkal und lingual/palatinal in den Interradikulärraum eingeführt. Sie dient der Klassifikation von Furkationsbefall in die Grade I bis III (bzw. IV) gemäß den aktuellen Parodontitis-Leitlinien und bestimmt damit maßgeblich die Prognose und den Behandlungsplan mehrwurzeliger Zähne.

Abgrenzung
  • PCP-12 / PCP-15 Parodontalsonde

    Gerade kalibrierte Sonde zur vertikalen Sondierung von Taschentiefen, während die Nabers-Sonde gebogen ist und für die horizontale Erfassung von Furkationen dient.

  • WHO-Sonde

    Sonde mit 0,5 mm Kugelkopf zur Durchführung des Parodontalen Screening-Index (PSI), aber nicht zur quantitativen Bestimmung des Furkationsgrads geeignet.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung der horizontal gemessenen Furkationstiefe mit der vertikalen Sondierungstiefe.
  • Unterschätzung des Furkationsbefalls durch falschen Anstellwinkel des Instruments am Furkationseingang.
  • Fehlinterpretation von Schmelzperlen oder Wurzelprojektionen als echter Furkationsbefall.
Merksatz

Nabers krümmt sich um die Wurzel, um den Befall der Furkation zu spüren.

Bilder & Videos

Medien werden gesucht …

Zusammenhänge
Teil von: Parodontale Diagnostik und Klassifikation

Befunderhebung, Indizes und Stadien-/Gradeinteilung.