ZahnLexikon
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Oralchirurgie
geprüft
Dentoalveoläre Chirurgie

Freies Schleimhauttransplantat

Synonyme: FST · Autologes Schleimhauttransplantat

Definition

Das Freie Schleimhauttransplantat ist ein autologes Weichgewebstransplantat, das meist aus dem harten Gaumen entnommen wird zur Verbreiterung der befestigten, keratinisierten Gingiva. Es wird an der Empfängerstelle ohne initiale eigene Gefäßversorgung auf ein Periostlager verpflanzt.

Prüfungsfokus
  • Die primäre Ernährung des Freien Schleimhauttransplantats erfolgt in den ersten 48 Stunden ausschließlich über plasmatische Imbibition.
  • Hauptindikation des FST ist die Verbreiterung befestigter, keratinisierter Gingiva und nicht die ästhetische Rezessionsdeckung.
  • Das Transplantat behält an der Empfängerstelle seine genetisch determinierte Gewebespezifität und verhornt erneut.
  • Eine absolute Immobilität auf dem Periostlager ist zwingend erforderlich, um das Einsprossen von Kapillaren zu ermöglichen.
  • Die Entnahme erfolgt meist am harten Gaumen unter Beachtung eines Sicherheitsabstands zum marginalen Parodont und der Arteria palatina major.
Zahlen & Werte
Empfohlene Transplantatdicke
1,0–1,5 mm
Dauer der plasmatischen Imbibitionsphase
0–48 Stunden
Sicherheitsabstand zum marginalen Gingivasaum am Gaumen
mind. 3 mm
Klinische Relevanz

Das FST findet Anwendung bei fehlender keratinisierter Gingiva um Zähne oder Implantate sowie zur Deckung gingivaler Rezessionen. Eine absolut immobile Fixierung auf dem Empfängerbett ist für das Überleben durch plasmatische Zirkulation entscheidend.

Abgrenzung
  • Bindegewebstransplantat

    Im Gegensatz zum FST wird das Bindegewebstransplantat ohne Epithel entnommen und meist abgedeckt eingenäht, was zu besseren ästhetischen Ergebnissen bei Rezessionsdeckungen führt.

  • Koronaler Verschiebelappen

    Ist ein gestieltes Lappenplastikverfahren mit erhaltener eigener Gefäßversorgung, während das FST vollständig von der Empfängerstelle revascularisiert werden muss.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung mit dem Bindegewebstransplantat, welches subepithelial eingebracht wird und eine deutlich bessere ästhetische Farbanpassung bietet.
  • Zu tiefe Inzision am harten Gaumen mit Verletzung der Arteria palatina major und nachfolgender schwerer arterieller Blutung.
  • Präparation auf primär freiliegendem Knochen statt auf einem gut durchbluteten Periostbett, was zum Transplantatverlust führt.
Merksatz

Vom Gaumen auf den Knochenrand schafft keratinisiertes Gewebeband.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Dentoalveoläre Chirurgie

Wurzelspitzenresektion, Freilegung und Plastiken.