Asepsis
Synonyme: Keimfreiheit
Asepsis ist der Zustand der absoluten Keimfreiheit, bei dem jegliche Kontamination mit pathogenen und apathogenen Mikroorganismen verhindert wird. Sämtliche Maßnahmen zielen darauf ab, Erreger von Wunden und sterilen Materialien fernzuhalten. Sie bildet das Fundament jedes operativen Eingriffs.
- Asepsis zielt auf die absolute Keimfreiheit unbelebter Materialien und Oberflächen ab, wohingegen Antisepsis die Keimreduktion auf lebendem Gewebe beschreibt.
- Die chirurgische Händedesinfektion erfordert eine Einwirkzeit von mindestens 3 Minuten mit einem zugelassenen Händedesinfektionsmittel vor dem Anlegen steriler Handschuhe.
- Die Dampfsterilisation im Autoklaven bei 134 °C und 2,1 bar Haltedruck ist der Goldstandard zur Erreichung von Asepsis bei chirurgischen Instrumenten.
- Durch strikte Asepsis wird das Risiko postoperativer Wundinfektionen, Wunddehiszenzen und implantologischer Frühverluste signifikant gesenkt.
- Das sterile Abdecken des Patienten und der Umgebungsflächen bildet die Barriere zur Aufrechterhaltung des aseptischen Operationsfeldes.
- Mindesteinwirkzeit chirurgische Händedesinfektion
- 3 Min
- Standard-Autoklavierung (Temperatur/Druck/Haltezeit)
- 134 °C bei 2,1 bar für 5 Min
- Alternativ-Autoklavierung für hitzeempfindliches Material
- 121 °C bei 1,1 bar für 20 Min
In der Oralchirurgie wird Asepsis durch chirurgische Händedesinfektion, sterile Abdeckung des Operationsfeldes, sterile Bekleidung sowie den Einsatz autoklavierter Instrumente realisiert. Sie verhindert postoperative Wundinfektionen und Abszessbildungen signifikant. Die Asepsis unterscheidet sich von der Antisepsis, welche die Keimreduktion auf lebenden Geweben beschreibt.
- Antisepsis
Antisepsis bezeichnet Maßnahmen zur Keimreduktion an lebenden Geweben, während Asepsis den Zustand absoluter Keimfreiheit von Objekten und Wundbereichen anstrebt.
- Desinfektion
Desinfektion reduziert Erreger um mindestens 5 Log-Stufen, garantiert jedoch im Gegensatz zur Asepsis beziehungsweise Sterilisation keine Sporenfreiheit.
- Verwechslung von Asepsis mit Antisepsis: Lebendes Gewebe wie die Mundschleimhaut kann niemals sterilisiert (aseptisch gemacht), sondern nur antiseptisch keimreduziert werden.
- Annahme, dass eine einfache präoperative Mundspülung Asepsis erzeugt; diese bewirkt lediglich eine vorübergehende Reduktion der Bakterienlast (Antisepsis).
- Kompromittierung der Asepsis durch Durchfeuchtung steriler Abdecktücher oder Sterilgutverpackungen (Kocheffekt/Kapillarwirkung).
Asepsis hält keimfrei, Antisepsis hemmt Keime.
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- FolgeWundinfektion
Ein Mangel an Asepsis führt direkt zu einem erhöhten Risiko für postoperative Wundinfektionen und Abszesse.
- TherapieChlorhexidin
Chlorhexidin wird präoperativ zur Keimzahlreduktion im Mundraum eingesetzt, um das aseptische Operationsfeld vorzubreiten.
- VoraussetzungDentalimplantat
Aseptische Kautelen sind zwingende Voraussetzung für die ungestörte Osseointegration von Dentalimplantaten.
- VoraussetzungWundheilung
Strikte Asepsis ermöglicht eine primäre, infektionsfreie Wundheilung nach oralchirurgischen Eingriffen.
Wurzelspitzenresektion, Freilegung und Plastiken.