Resorbierbare Membran
Synonyme: Kollagenmembran · Biodegradable Membran
Eine resorbierbare Membran ist eine biologische oder synthetische Barriere (z. B. aus kollagenem oder polymerem Material), die durch körpereigene Enzyme oder Hydrolyse abgebaut wird. Sie dient der temporären Separierung von rasch nachwachsendem Weichgewebe und langsam regenerierendem Knochengewebe. Nach Erfüllung ihrer Barrierefunktion löst sie sich rückstandsfrei auf.
- Resorbierbare Membranen verhindern das rasche Einwachsen von Bindegewebe und Epithel in den Knochendefekt gemäß dem Prinzip der gesteuerten Knochenregeneration.
- Der Hauptvorteil gegenüber nicht-resorbierbaren Membranen liegt im Entfallen eines zweiten chirurgischen Eingriffs zur Membranentfernung.
- Bei einer Dehiszenz und Exposition lösen sich Kollagenmembranen meist ohne gravierende Infektion enzymatisch auf, verlieren dabei jedoch vorzeitig ihre Barrierefunktion.
- Resorbierbare Membranen weisen meist eine geringe Eigenstabilität auf und benötigen volumenstabiles Knochenersatzmaterial als Stützstruktur.
- Barrierefunktion von Kollagenmembranen
- 4-8 Wochen
- Vollständige Resorptionszeit
- 2-6 Monate
- Porengröße für Zellokklusion
- < 10 µm
Findet breiten Einsatz bei der gesteuerten Knochenregeneration (GBR) und Geweberegeneration (GPR), etwa zur Abdeckung von Augmentaten vor Implantatinsertionsverfahren. Sie erfordert eine exakte Adaptation und Fixierung (z. B. durch Pins oder Nähte), um eine Dislokation des Augmentats zu verhindern. Ein zweiter Eingriff zur Membranentfernung entfällt, was das Infektionsrisiko reduziert.
- Nicht-resorbierbare Membran
Erfordert zwingend einen Zweiteingriff zur Entfernung, bietet jedoch eine deutlich höhere Formstabilität für ausgedehnte Defekte.
- Parodontale Regeneration
Nutzt Schmelzmatrixproteine zur biologischen Stimulierung des Zahnhalteapparates ohne eine mechanische Barrierefunktion auszuüben.
- Fehlende mechanische Stützung durch Augmentationsmaterial führt zum Kollaps der Membran in den Defektbereich.
- Falschherum eingebrachte bilaminäre Membranen beeinträchtigen die Zellokklusion und die Weichgewebsintegration.
- Spannungsreicher Wundverschluss führt zu Nahtdehiszenzen und einer verfrühten Exposition der Membran.
Resorbierbar schützt das Augmentat, ohne dass der Chirurg sie wiederholt zieht.
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- VoraussetzungGuided Bone Regeneration
Resorbierbare Membranen bilden das zellokklusive Schlüsselelement der Guided Bone Regeneration zur ungestörten knöchernen Heilung.
- VoraussetzungKnochenersatzmaterial
Knochenersatzmaterial dient resorbierbaren Membranen als Platzhalter, um deren Einsinken in den Knochendefekt zu verhindern.
- TherapiePeriimplantitis
Bei der chirurgischen Therapie der Periimplantitis kommen resorbierbare Membranen zur Abdeckung regenerativer Augmentate zum Einsatz.
- AbgrenzungSchneidersche Membran
Die Schneidersche Membran ist die natürliche Schleimhautauskleidung der Kieferhöhle und abzugrenzen von artifiziellen Barrieremembranen.
Implantation, Augmentation und Knochenmanagement.