Sinubodenelevation
Synonyme: Sinuslift · Sinusbodenaugmentation
Die Sinusbodenelevation ist ein chirurgisches Augmentationsverfahren zur Erhöhung des knöchernen Kieferhöhlenbodens im atrophierten Oberkieferseitenzahnbereich. Ziel ist die Schaffung eines ausreichenden Knochenvolumens für die sichere Verankerung von Zahnimplantaten. Man unterscheidet methodisch zwischen dem internen (direkten) und dem externen (indirekten) Sinuslift.
- Beim externen (direkten) Sinuslift wird über ein präpariertes Anstecherfenster in der Kieferhöhlenvorderwand die Schneidersche Membran unter Sicht abpräpariert und elevierte.
- Der interne (indirekte) Sinuslift erfolgt crestal über den Implantatbohrstollen und setzt in der Regel eine Restknochenhöhe von mindestens 5 bis 6 mm voraus.
- Die häufigste intraoperative Komplikation ist die Perforation der Schneiderschen Membran, welche je nach Defektgröße mit einer kollagenen Membran oder Naht versorgt werden muss.
- Bei einer verbleibenden Restknochenhöhe von unter 3 bis 4 mm wird meist ein zweizeitiges Vorgehen gewählt, da eine primäre Implantatstabilität sonst nicht sichergestellt werden kann.
- Vor der Durchführung einer Sinubodenelevation müssen entzündliche Kieferhöhlenerkrankungen sowie Abflussstörungen des Ostium secundum sicher ausgeschlossen sein.
- Minimale Restknochenhöhe für internen Sinuslift
- ≥ 5–6 mm
- Indikationsgrenze für zweizeitiges Vorgehen beim externen Sinuslift
- < 3–4 mm
- Perforationsrate der Schneiderschen Membran beim externen Sinuslift
- 10–30 %
- Einheilzeit bei zweizeitiger Augmentation vor Implantatbelastung
- 6–9 Monate
Das Verfahren wird angewendet, wenn das vertikale Knochenangebot im Seitenzahnbereich des Oberkievers für eine primärstabile Implantatinsertion unzureichend ist. Beim internen Sinuslift erfolgt der Zugang crestal über den Bohrstollen, beim externen Sinuslift über ein laterales Knochenfenster in der Kieferhöhlenvorderwand. Nach vorsichtigem Anheben der Schneiderschen Membran wird autologer Knochen oder Knochenersatzmaterial eingebracht.
- Alveolarkammaugmentation
Bei der Alveolarkammaugmentation erfolgt der Knochenaufbau außerhalb der Kieferhöhle am Kieferkamm, während die Sinubodenelevation den Kieferhöhlenboden nach kranial verlagert.
- Mund-Antrum-Verbindung
Eine Mund-Antrum-Verbindung ist eine ungewollte Eröffnung der Kieferhöhle nach Extraktion, während der Sinuslift eine kontrollierte Augmentation unter Schutz der intakten Membran darstellt.
- Verwechslung der Synonyme: Der crestale Zugang heißt intern/indirekt, während der laterale Zugang als extern/direkt bezeichnet wird.
- Einbringen von Knochenersatzmaterial bei unbemerkter oder nicht gedeckter Membranperforation, was zu einer Dislokation des Materials in die Antrumhöhle mit schwerer Sinusitis führen kann.
- Fehlende präoperative Diagnostik der Kieferhöhlenbelüftung, was prädisponierte Entzündungen postoperativ triggern kann.
Sinus liftet die Membran, damit der Knochen Implantate tragen kann.
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- VoraussetzungSchneidersche Membran
Die intakte Schneidersche Membran muss vorsichtig abpräpariert werden, um den Augmentationsraum gegenüber der restlichen Kieferhöhle abzudichten.
- DiagnostikDigitale Volumentomographie
Die DVT dient präoperativ der präzisen Vermessung der Restknochenhöhe und der Beurteilung der Kieferhöhlenanatomie sowie anatomischer Varianten.
- TherapieKnochenersatzmaterial
Unterhalb der elevieren Membran wird Knochenersatzmaterial als osteokonduktive Leitschiene zur Knochenneubildung eingebracht.
- VerwandtGuided Bone Regeneration
Methoden der gesteuerten Knochenregeneration kommen häufig zur Abdeckung von Membranperforationen mittels kollagener Membranen zum Einsatz.
Implantation, Augmentation und Knochenmanagement.