ZahnLexikon
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Parodontologie
geprüft
Parodontale Diagnostik und Klassifikation

Plaqueindex

Synonyme: API · PCR · Plaque-Control-Record

Definition

Der Plaqueindex (z. B. nach Silness und Löe oder O'Leary) ist ein standardisiertes Messverfahren zur Erfassung der Ausprägung und Verteilung des supragingivalen Biofilms auf den Zahnflächen. Er dient als objektiver Parameter zur Beurteilung der mundhygienischen Patientenkooperation (Compliance) und der Entzündungsaktivität.

Prüfungsfokus
  • Der Plaqueindex nach O'Leary (Plaque Control Record) erfasst das Vorhandensein von supragingivalem Biofilm an den Zahnflächen dichotom als Ja/Nein-Entscheidung.
  • Der Plaqueindex nach Silness und Löe beurteilt die Dicke der Plaque am Gingivarand semiquantitativ in vier Schweregraden von 0 bis 3.
  • Ein Plaqueindex von unter 20 % gilt als Grundvoraussetzung für die Durchführung parodontalchirurgischer oder regenerativer Maßnahmen.
  • Das Anfärben der Plaque mittels Reagenzien dient sowohl der präzisen diagnostischen Erfassung als auch der visuellen Patienten-Reinstruktion.
  • In der Unterstützenden Parodontaltherapie (UPT) dient ein dauerhaft niedriger Plaqueindex als wichtiger Indikator für eine gute Patienten-Compliance.
Zahlen & Werte
O'Leary Zielwert für Stabilität
< 20 %
Silness-Löe Grad 0
Keine Plaque
Silness-Löe Grad 1
Plaque nur durch Entlangstreichen mit der Sonde sichtbar
Silness-Löe Grad 2
Mäßige Belagsansammlung am Gingivarand mit bloßem Auge sichtbar
Silness-Löe Grad 3
Starke Belagsansammlung am Gingivarand und im Interdentalraum
Klinische Relevanz

Die Erhebung des Plaqueindex erfolgt vor der eigentlichen Therapie sowie im Rahmen der unterstützen Parodontitistherapie (UPT), um das individuelle MSH-Risiko einzuschätzen. Ein Wert von unter 20 % gilt in der modernen Parodontologie als Voraussetzung für eine stabile parodontale Gesundheit und eine erfolgreiche regenerative oder chirurgische Phase.

Abgrenzung
  • Bleeding on Probing

    Der Plaqueindex misst die Exposition gegenüber Biofilm, während BOP die Gewebereaktion und Entzündungsaktivität auf diesen Biofilm anzeigt.

  • Oralhygiene-Index

    Der Oralhygiene-Index nach Greene und Vermillion bewertet zusätzlich zur Plaque (Debris-Index) auch supragingivalen und subgingivalen Zahnstein (Calculus-Index).

Typische Fallstricke
  • Verwechslung des dichotomen O'Leary-Index (Prozentsatz befallener Flächen) mit dem semiquantitativen Silness-Löe-Index (Mittelwert der Schweregrade 0 bis 3).
  • Gleichsetzung von fehlender supragingivaler Plaque mit Parodontalgesundheit, obwohl subgingivale pathogenere Biofilme unabhängig davon persistieren können.
  • Die Annahme, dass ein Zielwert von 0 % gefordert ist, während klinisch ein Wert unter 20 % als ausreichend für Stabilität gilt.
Merksatz

Hoher Index zeigt Belag, macht der Biofilm das Zahnfleisch schwach.

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Zusammenhänge
Teil von: Parodontale Diagnostik und Klassifikation

Befunderhebung, Indizes und Stadien-/Gradeinteilung.