ZahnLexikon
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Oralchirurgie
geprüft
Dentoalveoläre Chirurgie

Mandibula

Synonyme: Unterkiefer · UK

Definition

Die Mandibula ist der hufeisenförmige, einzige bewegliche Knochen des Gesichtsschädels und bildet den Unterkiefer. Sie trägt die Zahnreihe des Unterkieferzahnbogens und artikuliert über die Processus condylares mit dem Temporalbone im Kiefergelenk.

Prüfungsfokus
  • Der Mandibularkanal verläuft im Corpus mandibulae buccal oder inferior der Molarenwurzeln und tritt am Foramen mentale aus.
  • Der Nervus lingualis verläuft lingual nahe der Periostschicht auf Höhe der Unterkiefermolaren und ist bei Osteotomien der Weisheitszähne besonders gefährdet.
  • Der Processus condylaris ist der statistisch häufigste Ort für Unterkieferfrakturen.
  • Aufgrund der dicken kortikalen Knochenschicht ist im Unterkiefer für operative Eingriffe meist eine Leitungsanästhesie notwendig.
  • Die Linea obliqua externa bildet eine dicke Knochenleiste im Molarenbereich und dient häufig als ortsständige Knochenentnahmestelle.
Zahlen & Werte
Sicherheitsabstand zum Canalis mandibularis bei Implantationen
2 mm
Anteil von Kollumfrakturen an allen Unterkieferfrakturen
ca. 20-30 %
Lage des Foramen mentale relativ zur Zahnreihe
Meist unterhalb der Apexregion zwischen den Prämolaren
Klinische Relevanz

Die Unterkieferanatomie bestimmt das chirurgische Vorgehen bei Osteotomien, Implantation und Frakturversorgungen. Besondere Beachtung gilt dem Verlauf des Mandibularkanals zur Vermeidung von Nervschädigungen sowie dem Kieferwinkel bei der operativen Weisheitszahnentfernung.

Abgrenzung
  • Maxilla

    Die Maxilla ist der starr mit dem Viszerokranium verbundene Oberkieferknochen mit dünnerer Kortikalis und Sinus maxillaris, wohingegen die Mandibula der einzige bewegliche Knochen des Gesichtsschädels ist.

  • Processus alveolaris

    Der Processus alveolaris bezeichnet den zahntragenden Knochenfortsatz der Mandibula, der sich nach Zahnverlust atrophisch zurückbildet, während die Basalkotika der Mandibula erhalten bleibt.

Typische Fallstricke
  • Annahme einer gut durchbluteten Spongiosa wie in der Maxilla: Die dicke Kortikalis der Mandibula erhöht das Risiko einer thermischen Knochenschädigung beim Bohren.
  • Fehleinschätzung von Traumafolgen: Aufgrund der ringförmigen Hufeisenstruktur der Mandibula treten Frakturen sehr häufig als Doppelbrüche oder Kombinationen mit Kollumfrakturen auf.
  • Linguale Inzisionsführung im Molarenbereich: Ein Abweichen nach lingual ohne subperiostalen Schutz verletzt rasch den Nervus lingualis.
Merksatz

Mandibula meißelt den Unterkiefer und trägt die unteren Zähne.

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Zusammenhänge
Teil von: Dentoalveoläre Chirurgie

Wurzelspitzenresektion, Freilegung und Plastiken.